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//Cie. Off Verticality versteht sich als tanzpolitische Auseinandersetzung mit der Welt und als künstlerische Initiative gegen eindimensionale Ausrichtungen.
Eine für das Tanzen formgebende Körper- und Raumrichtung ist die Vertikale - die Richtung zwischen Höhe und Tiefe. Sie wird im zeitgenössischen Tanz kritisch beleuchtet, in künstlerischen Facetten erforscht und in choreographischen Welten dynamisiert.
Das Aufgerichtetsein bzw. das sich aus der Vertikale heraus Bewegen des Menschen öffnet den eigentlichen und existenten menschlichen Bewegungsraum.
Als Erscheinungsform ist dieser Bewegungsraum größtenteils aus unserem öffentlichen Raum verbannt. Der Mensch ist aufrecht, andere Körperlagen sind dem Bereich des Privaten oder der Ausnahmesituationen vorbehalten.
Die Wahrnehmung der existenten menschlichen Körperlagen eröffnet den Blick auf vielfältige Seinslagen.
Sie erschließt die menschlichen Tiefen - das auf dem Boden sein des Menschen - Prozesse des Aufrichtens - das ins Lot sich Bewegen - Gegenrichtungen und - am anderen Ende des Poles - das Aufrechtsein - die Beherrschung des Raumes - die menschliche Selbstgestimmtheit, das Selbst als Bewusstsein.
Der klassische Tanz formuliert die Aufrechte als nach oben strebend, der zeitgenössische Tanz als Intaktheit des physisch integrierten menschlichen Ganzen, das entweder nur für Momente spürbar oder unter Anwendung versierter Körpertechniken als Seinserlebnis erreichbar wird.
Die kritische Befragung der Vertikalen ermöglicht somit eine künstlerische Haltung und Vision, die weder die Vertikalität vermeidet, noch sie als einzig formgebende Richtung erhält. Das nach oben strebende räumliche Bedürfnis des Tänzers, der Tänzerin wird nicht in das Reich der Neoklassik verbannt. Vermieden werden aber auch nicht die aus der Vertikalen herausentwickelten Körper- und Bewegungswelten. Diese können als expressiv dynamisierte Schräg-lagen menschliches Sein erschließen.
Cie. Off Verticality C.O.V. stellt sich damit den wesentlichen Fragen der zeitgenössischen Lebenswelt